Ein Januar, der sich wie ein halbes Jahr anfühlt: Sicherheit, Politik, Weltlage

Shownotes

Ein ungewöhnlich turbulenter Jahresstart: Jule und Sascha sprechen über den Berliner Blackout und die Frage, wie verwundbar Deutschlands Infrastruktur ist, über Russlands jüngste Angriffe und geopolitische Spannungen sowie über das Chaos rund um Donald Trump. Dazu kommt die weiterhin dynamische Lage im Iran. Ein Januar, in dem lokale und globale Krisen plötzlich sehr nah zusammenrücken.

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00:00:01: Wir sprechen jede Woche über Themen, die uns bewegen, zu Hause am Abendbruttisch mit der Familie oder wie diese Woche in einer besonderen Folge.

00:00:12: Wir versuchen ja sonst immer sehr monothematisch Folgen zu machen, über wirklich dann ein Thema und das groß und umschichtig zu besprechen.

00:00:20: Diese Woche ist es aber ganz ehrlich einfach nicht möglich und wir hatten letzte Woche auch schon ein bisschen das Problem.

00:00:25: und diese Woche wollen wir ganz offen mit euch sein, weil... Es ist zwar erst die zweite Januarwoche, aber es ist so unfassbar viel passiert, dass es uns gerade Woche zu Woche sehr schwer fällt, uns auf ein Thema festzulegen, weil so viel gleichzeitig passiert und auch vieles davon miteinander zu tun hat.

00:00:42: Deswegen stellt euch heute in dieser Folge einfach vor, dass wir zusammen die Zeitungen durchblättern oder zusammen die Push-Benachrichtigungen, die ihr auch so auf eurem Handy habt, durchgehen und besprechen, wie unsere Gefühle dazu sind.

00:00:54: Grob wird es heute um drei Themenkomplexe gehen und was damit so zu tun hat.

00:00:59: Das ist zum einen der Blackout in Berlin bzw.

00:01:02: die Nachwirkung von diesem Stromausfall und die Spannung zwischen Europa und Russland.

00:01:08: Zum Zweiten ist das alles, was mit Donald Trump zu tun hat.

00:01:11: Da passiert gerade so viel in so vielen Richtungen, dass das sicherlich eines der größeren Themenkomplexe heute ist.

00:01:17: Aber das sind auch so viele verschiedene Push-Mitteilungen, die wir alle so bekommen haben.

00:01:21: dass wir diesen Themenkomplex einmal so besprechen wollen und dann ganz am Ende alles, was mit Iran gerade zu tun hat.

00:01:28: Wir haben eine monothematische Folge zum Iran geplant, aber finden beide, dass das aktuell noch zu früh ist, weil da so viel passiert und diese Situation gerade so dynamisch ist, dass wir heute auf jeden Fall darüber sprechen wollen, weil es so wichtig ist und uns so bewegt und euch wahrscheinlich auch.

00:01:44: Aber da wird es auf jeden Fall noch eine Folge zu geben, wo wir auch Expertinnen dazu einladen und dann nochmal viel tiefer reingehen in das Thema.

00:01:51: Das heißt, es wird heute nicht das einzige Maß sein, dass wir das besprechen.

00:01:56: Ja, Jule, mir kommt es tatsächlich auch wahnsinnig lange vor.

00:01:59: seit das neue Jahr begonnen hat, allein aufgrund dieser vielen Ereignisse.

00:02:04: Was gehört denn zu den Dingen, die dich so am intensivsten beschäftigt haben, wenn du irgendwo mal für eine Minute dich hingesetzt hast und mal so die Gedanken hast schreifen lassen?

00:02:14: Ich glaube, und das merken wir wahrscheinlich heute auch unsere Folge sehr an, es gibt Themen, die uns zu Hause beschäftigen, weil es lokale Problemchen oder Themen sind, wie zum Beispiel der Stromausfall in Berlin, hat uns ja einfach sehr persönlich beschäftigt, weil wir auch Freunde bei uns aufgenommen haben, die davon betroffen waren, wie uns überlegt haben, wie kann man helfen.

00:02:32: Und das war dann so eine, ja, ich sage jetzt mal, lokale Besonderheit, die ja auch nicht alle betroffen sind, sondern vor allem Leute, die in Berlin leben, die das nochmal so spürbarer, glaube ich, miterlebt haben.

00:02:43: Und trotzdem hat es, finde ich, noch mal so alles, was regional im eigenen Land passiert, hat noch mal, finde ich, so was das Persönliche Beschäftigen damit angeht, einen anderen Stellenwert, die jetzt in einem, wir reden ja in unserem Podcast drüber, was machen Nachrichten mit uns?

00:02:56: Und ich finde, das hat immer regionale News, haben noch mal einen anderen Stellenwert als dann so überregionale Sachen, wobei ich diese Woche und die ersten zwei Wochen dieses neuen Jahres wirklich außergewöhnlich fand, wie sich Lokal, regional, überregional, international miteinander vermischt hat, weil ich wirklich auch die anderen Themen, die ich gerade schon kurz angesprochen habe, die sind ja nicht weit weg.

00:03:22: Man hat ja dann doch iranische Freundinnen, die gerade so involviert sind, wo es ja einfach auch nicht nur darum geht, dass das ihre Geschichte ist, sondern teilweise Familien betroffen sind, die Menschen wirklich wieder Man kannte das noch so ein bisschen vom siebten Oktober, so Standleitungen haben und ganzen Tag mit der Familie im Iran telefonieren und wirklich rauskriegen wollen, sind die sicher, was ist da gerade los?

00:03:42: Die Situation verändert sich die ganze Zeit.

00:03:44: Man hofft natürlich auf der anderen Seite Bank, man das mitzubekommen und zu sehen, dass es einfach auch Menschen in unserem Umfeld betrifft, auch persönlich betrifft.

00:03:53: Ich finde, das nimmt immer wahnsinnig mit solche Situationen.

00:03:55: Und dann haben wir Amerika noch.

00:03:59: Wie ging es dir denn?

00:04:00: Was war denn jetzt so von diesen ganzen Nachrichten, dass was dich so bewegt hat, was dich, ja, wenn wir über die Gefühlerinnen, was bei dir so die stärksten Gefühle ausgelöst hat und warum?

00:04:09: Auf eine Art war das am Anfang Grönland, bevor das denn deutlich in Richtung Iran und den Nahen Osten insgesamt geschiftet ist.

00:04:18: Grönland deswegen, weil in diesen dunklen Stunden, die Wolfsstunde, haben wir schon ein paar Mal besprochen, in der Nacht, wenn man aufwacht und plötzlich über etwas nachdenken muss.

00:04:28: Da war das das mit einem Angriff der Vereinigten Staaten auf Grönland, die NATO mutmaßlich aufhört zu existieren, was wiederum mutmaßlich, aber jetzt nicht völlig unwahrscheinlich, Minuten später ein Angriff von Putin auf irgendeinen NATO-Staat, vielleicht Polen, vielleicht Baltikum, ergeben würde, was dann wiederum uns sehr unmittelbar betreffen dürfte.

00:04:54: Und das war so... So ein Angstkoller, der bei mir dann rausgekommen ist und wo ich mich richtig im Zaum halten musste.

00:05:01: Und es ist tatsächlich so, dass ich mich inzwischen im Zaum halten kann, was das angeht.

00:05:06: Und zwar aus Trainingsgründen.

00:05:09: Krasserweise.

00:05:10: Weil so häufig in den letzten Jahren Situationen entstanden sind, wo ich dachte, krass, wenn das passiert und das, dann müssen wir und dann wird und dann könnte.

00:05:17: Ich habe eine gewisse Übung darin, dass immer wieder, und vielleicht ist das das übergeordnete Motto von dieser Sendung, dass immer wieder Weltpolitik Die lange Jahre irgendwo in den Nachrichten, irgendwo auf irgendwelchen Websites, meist vielleicht noch auf Twitter oder so stattfand, dass Weltpolitik plötzlich ins eigene Leben in den eigenen Alltag so einschlagen kann, sogar im eigentlich sicheren Deutschland.

00:05:40: Ich würde es gerne so ein bisschen der Reihenfolge nach durchgehen, auch weil wir letzte Woche dachten, ah, es ist gerade so viel größer mit Amerika, lass uns wannanders über den Blackout reden.

00:05:50: Und jetzt fühlt es sich so ein bisschen an wie besprechende News, die irgendwie vor zwei Wochen passiert ist.

00:05:55: Es ist ja nicht ganz so, man muss ja ehrlich sagen, klar, ja alle haben diesen Stromausfall mitbekommen, diesen Anschlag dieser Vulkangruppe.

00:06:03: Aber ich finde es schon interessant, auch nochmal darüber zu reden, was bedeutet es denn, wenn die Hauptstadt von Deutschland so angegriffen werden kann und auch über so eine lange Zeit außer Gefecht gesetzt ist für einen großen, nicht unerheblichen Teil der Stadt.

00:06:20: Das ist ein Punkt, Da geht es ja am Ende um Sicherheit.

00:06:23: Da geht es ja nicht darum, dass Leute tatsächlich keinen Strom hatten, dass es auch passiert, sondern es geht wirklich darum, sich nochmal zu überlegen.

00:06:30: Selbst wenn Putin dafür nicht verantwortlich war, haben da wahrscheinlich Leute mitgeschrieben und haben sich angesehen und vielleicht diese Mitschriebe in dem Playbook für wie kann man Deutschland lahmlegen, abgeheftet.

00:06:42: Ich erinnere mich noch an diesen romanen Blackout von Marc Elsberg.

00:06:47: Falls ihr diese Geschichte noch nicht kennt, ich finde das ein fantastisches Buch.

00:06:50: Ich kann euch das wirklich sehr empfehlen, weil darin sehr realistischerweise, auch wenn sich es teilweise absurd anhört, darüber geschrieben wird von Marc Ellsberg, sehr ausführlich, der sehr detailverliebt in dieser Geschichte, was alles so passieren könnte.

00:07:05: Und man liest es und Ich fand es so interessant, weil sich aus diesem Buch so viele Rabbit Holds ergeben, die man dann so selber reingugeln kann und sich denkt, aber nee, das kann ja nicht wirklich passieren.

00:07:14: Das klingt so warnwürzig und dann googelt man das und denkt sich, ach, das ist schon auf der Welt da und da und da passiert.

00:07:19: Daher hat Marc Ellsberg auch viele Handlungsstränge in diesem Buch.

00:07:23: Und sich das so vorzustellen, wie würde ich dann reagieren, wie würde in meinem Land die Politik reagieren, wie würde die Bundeswehr und und und reagieren?

00:07:32: Das finde ich interessant, wenn man sich darauf einlassen möchte, weil es zum Teil natürlich Fiktion ist, aber zu einem anderen Teil Anfang des Jahres jetzt in Berlin Wahrheit wurde.

00:07:41: Und das ist schon ein Punkt, von dem ich mir immer wieder denke, oder das lässt mich nachts wachhalten, weil ich nicht ganz verstehe, warum wir so damit umgehen.

00:07:52: Wir haben jetzt diesen Stromausfall.

00:07:53: Wir haben immer wieder letzte Woche zwei dokumentierte Drohnsichtungen, die nicht zugeordnet werden konnten in Brandenburg, über dieser neuen Superraketenabwehrsystem, das ja bis zum Jahr zwanzig, glaube ich, neunundzwanzig oder dreißig fertig sein soll.

00:08:07: Dieses Raketenabwehrsystem hat nur Amerika und Israel, soll dann wirklich dafür da sein, überschallraketen, krasse Raketen, die in unsere Richtung abgeschossen werden, abzuwehren.

00:08:19: ist gerade aber noch nicht einsatzfähig.

00:08:21: Jetzt Drohnsichtung über diesen Stützpunkt.

00:08:25: Die Bundeswehr hat versucht, diese Drohne abzuschießen.

00:08:27: Es gibt einen Bericht dazu.

00:08:28: Es ist wirklich auch absurd, diesen Bericht zu lesen, wo dann einfach drin steht, dass sie die Drohne nicht getroffen haben, diese versucht haben, abzuschießen.

00:08:35: Dann war die außer Sichtweite.

00:08:38: Da heißt es ja dann seit Wochen und Monaten und das ist ja nur ein Fall.

00:08:41: Das könnte Russland gewesen sein.

00:08:42: Aber was ist die Konsequenz davon?

00:08:44: Und was mir schon Angst macht, ist, dass ja die ganze Zeit solche Dinge passieren und man immer so tut danach, als wüsste man es aber nicht hundert Prozent und deswegen tut man so, als wäre es erstmal nicht passiert.

00:08:55: So ist gilt die Unschuldsvermutung.

00:08:56: Aber das ist ja eine Sache, bei der wir mit unserer Sicherheit potenziell bezahlen, weil wir die Unschuldsvermutung anwenden.

00:09:06: Und das ist ein Punkt, der lässt mich, der macht mir Angst, der macht mir Angst, dass da nicht so richtig was getan wird.

00:09:12: Ja, die Anschlussvermutung, ich glaube, das ist leider noch krasser hier in Deutschland, gerade was Russland angeht.

00:09:18: Es gibt in Deutschland nicht nur mehrere Parteien, ganz vorne wäre da die AfD, auch die BSW, Teile der Linkspartei, die im Zweifel sich eher auf die Seite von Putin schlagen würden und das auch ganz offen kommunizieren, die zum Teil, da gibt es jedenfalls Gerüchte, unterstützt werden könnten aus Russland.

00:09:37: Das ist in anderen europäischen Ländern schon nachweislich passiert.

00:09:41: Und das Ganze, so was wie der Blackout in Berlin, theoretisch oder als Playbook, als Vorbild, wie auch die Drohnsichtung, sind eben Teil eines Fiberidenkrieges.

00:09:51: Eigentlich muss man erst mal davon ausgehen, dass Russland längst gegen Deutschland, gegen die EU, gegen Teile der NATO eine Art Krieg führt, nur eben mit anderen Mitteln, als man das aus einem klassischen Krieg kennt und nicht mit so einer offiziellen Kriegserklärung.

00:10:05: Hier, jetzt fängt es so an.

00:10:06: Das ist ja einfach vollkommen klar, dass sowas wie eine Partei wird gehackt, die CDU wird gehackt.

00:10:13: der Bundestag wird gehackt.

00:10:15: Dann tauchen später irgendwelche Daten und Abflüsse auf.

00:10:18: Dann tauchen später irgendwelche Leaks auf über Quellen, die regelmäßig von russischen Heckern genutzt werden.

00:10:22: Wir haben russische Treu-Fabriken.

00:10:24: Da ist ja vollkommen klar, es wird schon die liberale Demokratie in Deutschland durch Russland attackiert.

00:10:31: Es soll destabilisiert werden.

00:10:32: Das ist ein ganz wichtiges Ziel von Russland, zu destabilisieren.

00:10:35: Und das ist diese direkte Verbindung zu diesem Blackout.

00:10:38: Aber

00:10:39: nehmen wir jetzt mal, also das sind ja alles teilweise Vermutung, teilweise ist das so, teilweise gibt es da Nachweise, die ein paar Jahre alt sind.

00:10:45: Aber wenn wir jetzt einfach mal nur nehmen, was in den letzten zwei Wochen passiert ist.

00:10:49: Russland hat gerade Lviv, also den Westen der Ukraine, wirklich das ist einfach westlicher geht es nicht, westlicher ist Polen, wenn es noch westlicher wäre.

00:10:59: angegriffen mit diesen Hyperschall-Raketen, diese Oreschnik-Rakete.

00:11:05: Diese Rakete ist, glaube ich aktuell, wird ja so ein bisschen als Russlands ganzer Stolz kommuniziert, weil die eigentlich kaum abzufangen ist und problematischerweise mit Atomköpfen bestückt werden kann.

00:11:18: Ist sie jetzt in dem Fall nicht.

00:11:19: Aber wenn ihr das so ein bisschen mitbekommen habt, die letzte Woche, war ein großer Teil des Stromausfalls, den der Ukraine aktuell herrscht.

00:11:27: und der auch nicht sofort behoben werden konnte, weil der Schaden so groß war, durch diese Raketen verursacht.

00:11:34: Wenn man sich jetzt überlegt, dass diese Raketen eingeschlagen sind, unweit von Polen, zwar noch Ukraine, aber unweit von Polen, man nichts gegen diese Raketen tun kann, stand gerade, vielleicht könnte die Bundeswehr die NATO was dagegen tun und sagt es gerade noch nicht, aber gehen wir jetzt mal davon aus, man kann nichts dagegen tun und die können mit Atomsprengköpfen bestückt werden.

00:11:54: Ich will kein Katastrophismusantrag legen, aber das ist schon eine Situation, von der ich mir denke, wie wird darauf reagiert?

00:12:01: Wie reagiert die NATO auch auf solche Momente?

00:12:04: Und wir haben zum anderen auch vor einer Woche passiert, diese beiden Öltanker, die von Venezuela nach Russland gestartet sind und im Atlantik in der Nähe oder so Unwald von Großbritannien, aber im Atlantik eben noch abgefangen wurden.

00:12:18: Und zwar gab es so ein bisschen einen Wettrennen um diese Öltanker, weil Russland auch Schiffe losgeschickt hat und die eben dann nach Russland eskortieren wollte.

00:12:27: Aber Amerika war schneller mit der Hilfe von Großbritannien.

00:12:31: Jetzt kann man sagen, ja, was da hat Deutschland auch geografisch nichts verloren.

00:12:35: Es macht mir aber trotzdem Angst, dass die Antwort auf bei allem immer ist, dass Deutschland da geografisch oder wie auch immer gerade noch nichts mit zu tun hat.

00:12:44: von dem ich mir denke, naja, wir spüren ja immer in kürzeren Abständen russische Aggression.

00:12:50: Ich glaube, wir müssen einfach hierzulande endlich verstehen, dass wir nicht die Wahl haben, unbeteiligt zu bleiben.

00:12:58: Die Wahl ist schon getroffen worden, und zwar nicht von uns, sondern von Putin.

00:13:00: Putin hat uns und uns hier im Sinne von Deutschland längst den hybriden Krieg erklärt und ich glaube, Es gibt noch viel zu viele Leute, die denken, wenn wir bloß irgendwie so ein bisschen harmloser und nicht so ein bisschen unter dem Radar und den nicht verärgern, dann wird es irgendwie, das ist einfach nicht so.

00:13:16: Und dieser Blackout-Thema, das ist in Berlin, natürlich mit Berlin.

00:13:20: nochmal, ich bin in Berlin geboren, aufgewachsen.

00:13:22: Ich kenne Berlin seit sehr langer Zeit sehr intensiv.

00:13:24: Es ist leider typisch Berlin, dass man so lange braucht,

00:13:28: um

00:13:29: kritische Infrastruktur zu reparieren.

00:13:30: Und genau das ist, glaube ich, der zentrale Begriff, kritische Infrastruktur.

00:13:33: Wenn wir von diesen Aggressionen ausgehen, dann sind die meistens mit so einem Doppelziel versehen.

00:13:40: Und dieses Doppelziel ist einmal Einschüchterung.

00:13:41: Das hast du mir gerade beschrieben, dass die Leute Angst bekommen.

00:13:44: Und das andere Mal ist, rauszufinden, wie kann man denn ein ganzes Land so schnell wie möglich im Notfall, im Fall eines Krieges eines Angriffes komplett handlungsunfähig machen?

00:13:53: Ich finde es interessant, dass du das sagst, dass man sich dafür entscheiden muss oder dass man nicht so tun kann, dass man unbeteiligt.

00:13:58: Ich glaube, was mich an dieser ganzen Situation gerade viel mehr beunruhigt, ist, dass ich nicht das Gefühl habe, dass wir irgendeine Strategie verfolgen.

00:14:04: Weil ich finde, man kann auch sagen, Blick Richtung Schweiz.

00:14:08: Es hat sich irgendwie historisch für manche Länder auch einfach total gut ergeben, sich rauszuhalten aus vielen Dingen und das wirklich zu versuchen eine radikale Neutralität zu bewahren.

00:14:19: Teilweise macht Friedrich Merz das ja auch, wenn man jetzt die ganzen Aussagen von ihm über Trump und Trumps Vorgehen gerade sieht, dann finde ich sieht man oder kann man so ein bisschen nachvollziehen, dass er versucht so neutral wie möglich zu bleiben in gewissen Punkten.

00:14:34: Was mich aber glaube ich so beunruhigt an dieser Sache ist, die Schweiz beispielsweise verfolgt dieses Neutralitätsprinzip und das sieht man dann in der Finanzwirtschaft, das sieht man in der Innen- und der Außenpolitik, das sieht man aber dann zum Beispiel auch, was den Schutz der Bürgerinnen angeht.

00:14:49: Die Schweiz hat ja viele Wissen das.

00:14:52: dieses Garantieversprechen, dass jeder Bürgerin und jede Bürgerin in der Schweiz einen sicheren Platz in einem Bunker hat.

00:14:58: Und dafür wurden unfassbar viele Bunker gebaut.

00:15:01: Und zwar so viele, dass man dieses Versprechen auch einhalten kann.

00:15:03: Und was mich an Deutschland so beunruhigt ist, wir schaffen nicht mal einen fucking Stromausfall.

00:15:10: Und mit schaffen meine ich, es gäbe technische Möglichkeiten, dass dieser Stromausfall A hätte verhindert werden können im Sinne von Schutz der Leitung.

00:15:18: B gibt es, das wurde die letzten Jahre auch viel verpeilt, die Möglichkeit, dass man große Startteile, wichtige Stromversorgungsnetze doppelt, dass man eben sagt, man kann dann auf ein Ersatznetzwerk umsteigen.

00:15:32: Das gibt es nicht.

00:15:32: Also in dem Fall ist es jetzt wirklich so, dieses Netzwerk ist kaputt oder dieses Netz ist kaputt und es gibt dann keinen Ersatz.

00:15:38: Also.

00:15:39: Ich möchte gerne, dass irgendeine Strategie verfolgt wird.

00:15:41: Aber die Strategie zu sagen, wir machen alles irgendwie so ein bisschen.

00:15:44: Aber im Ernstfall rennen wir dann alle irgendwie komplett wie aufgescheuchte Hühner durchs Land, weil niemand so richtig weiß, was los ist.

00:15:52: Das ist ein Zustand, der mir Angst macht und ich hätte gerne.

00:15:54: Und wenn es in den CDU geführter Plan ist, der sagt, Leute, passt auf.

00:15:58: Wir haben uns jetzt entschieden, wir machen das so und so und so.

00:16:00: Wir gehen vollkommen auf Verteidigung oder wir gehen vollkommen auf Schutz.

00:16:04: Alle All eyes on Schutz.

00:16:06: Ja, dann gut.

00:16:07: Aber ich sehe das gerade nicht.

00:16:08: Ich sehe ein bisschen Neutralität, aber dann auch nicht so richtig Neutralität.

00:16:12: Ich sehe ein bisschen, ja, wir wollen jetzt schon irgendein Raketenabwehrsystem, die sind aber erst in fünf Jahren fertig.

00:16:16: Wir müssen hoffen, dass es bis in fünf Jahren kein richtiger Krieg ist.

00:16:20: Das sind alles so Strategien, von denen ich mir denke.

00:16:23: Ich finde das beängstigend, wenn wir darüber reden, was machen Nachrichten mit einem?

00:16:28: Diese Strategielosigkeit ist, glaube ich, eine Spätfolge von dieser deutschen Position nach dem Krieg.

00:16:35: irgendwie nach zwei Weltkriegen unter intensiver Beteiligung der Deutschen haben alle, inklusive der Deutschen, dann so nach den vierzigern und fünftiger Jahren gedacht, lass mal ein bisschen Soft machen.

00:16:45: Lass ja jetzt mal vielleicht nicht gleich wieder in so einen Kriegstaume reinkommen und sind dementsprechend ziemlich stark in die Anrichtung gegangen.

00:16:51: Und

00:16:52: daraus

00:16:52: hat sich aus meiner Sicht so eine Abwehrhaltung gegen jede Form auch nur des Nachdenkens über staatliche Gewalt ergeben.

00:17:01: Und ich finde das erst mal ab Werk gar nicht schlecht.

00:17:04: Ein pacifistisches Deutschland, zumindest als gedankliches Konstrukt nach dem Zweiten Weltkrieg, war, glaube ich, auch das Einzige, wo man sagen könnte, naja, jetzt brauchen wir erstmal ein bisschen Ruhe.

00:17:14: Das Problem ist, dass ganz viele Erzählungen so aus der alten BRD in eine Richtung gegangen sind, die mit so Formulierungen wie Friedensdividende einhergegangen sind.

00:17:24: Friedensdividende hat man gesagt, okay, Jetzt haben wir Frieden, nach fünfundvierzig haben wir Frieden.

00:17:29: Und jetzt können wir die Militärausgaben weiter reduzieren und stattdessen in Bildung stecken und in Infrastruktur und Höhe und Hördruck.

00:17:34: Genau, aber wurde es ja nicht.

00:17:35: Also, wenn man jetzt sagen würde, wir konzentrieren uns voll auf mit Militarisierung, dafür Ausbau von Infrastruktur, auch kritischer Infrastruktur und beruft sich im Zweifel, wenn das wieder schief geht, auf, wir haben Schutz und Sicherheit vor

00:17:49: Verteidigung gestellt.

00:17:50: Hat man eigentlich gemacht, so bis in die Achtziger und Neunziger, und dann kamen irgendwann die Leute, haben gesagt, wir müssen jetzt Spahn, schwarze Null.

00:17:56: Richtig krass Spahn, Schuldenbremse, weiter Spahn, Spahn, Spahn.

00:18:00: Und das war eigentlich eine Übersetzung davon, dass man erst gedacht hat, dieser Frieden wird ja durch Amerika garantiert.

00:18:09: Wir sind eingebunden, das war auch so eine deutsche Haltung.

00:18:12: Auch von Merkel bis zum Schluss vorgetragen.

00:18:14: Wir handeln mit Russland.

00:18:16: Handel bedeutet automatisch, Öl zum Beispiel, Gas zum Beispiel.

00:18:20: Handel bedeutet automatisch, dass man nicht gegeneinander Krieg führt.

00:18:22: Und das war halt eine falsche Strategie.

00:18:24: Ich glaube, es war trögerisch.

00:18:25: Lass uns mal, bevor wir jetzt zu dem Trump-Thema kommen, noch zu einer Sache kommen, die ja auch so ein bisschen mit dem Blackout zu tun hatte.

00:18:30: Das kam letzte Woche raus.

00:18:31: Und zwar das Tennis-Spiel von Kai Wegner, Kai Wegner, CDU-Bürgermeister in Berlin, der auch dieses Jahr wieder vor einer Wahl steht.

00:18:40: Ich habe mich, ehrlich gesagt, total gewundert.

00:18:43: wie dieses Thema besprochen wurde, weil wir zum einen irgendwie, auch von dem Markus Lanz um ehrlich zu sein, gibt es dann so Folgen, Fühle gefolgen, kurz vor Weihnachten gab es das mit Ricarda Lang und Kevin Kühnert, wo man dann nochmal so Leute erwähnt, die von der Politik verbrannt werden, in der Weise, dass sie keine Lust mehr auf Politik haben und man sagt, wie schade das ist.

00:19:01: Wie schade das ist, dass der Politikbetrieb heute nicht unbedingt die besten fördert, sondern die fördert, die das krasseste Sitzfleisch haben und da irgendwie bräßig durchkommen.

00:19:12: Ich finde es auf der einen Seite völlig absurd, dass sich alle so auf dieses Tennis-Spiel gestürzt haben.

00:19:18: Ich habe einen Take dazu gehört, das fand ich so wild, ich glaube es schon in der Tat wirklich.

00:19:22: Da muss ich auch ehrlich sagen, manchmal frage ich mich, ob Leute ihre eigenen Texte nochmal überdenken, bevor sie die rausballern.

00:19:28: Dieser Take war Kai Wegner sei so wahnsinnig privilegiert, weil er ein großes Büro und ein Dienstwagen hätte, dann muss man halt auch mal dafür in Kauf nehmen.

00:19:39: dass man am Wochenende arbeitet, dann ist halt am Wochenende nicht tennis spielen, wenn man so viele Privilegien hat.

00:19:43: Wo ich mir denke, aber Leute, lass uns einmal ehrlich gerade ziehen, dass in dem Verhältnis, was Kai Wegner in seiner Position auch verdienen könnte, wenn er nämlich in die Wirtschaft geht, wenn er in andere Bereiche geht, ein Bürgermeistergehalt, ein gutes Gehalt ist, ja das sehe ich, aber für das, was der arbeiten muss und dass auch Wochenendarbeit völlig normal ist, dass viele Veranstaltungen am Wochenende sind und der nicht.

00:20:07: Also es wurde in diesem Artikel so ein bisschen so getan, als würde der Freitag um sechzehn Uhr sonst irgendwie da sein Büro zuschließen oder Freitag zwölf Uhr und Wochenende machen und am Montag mal schauen, was sonst so los ist.

00:20:17: Das finde ich so weltfremd, das zu denken.

00:20:19: und ich finde auch, dass also ich würde nicht mit dem Bürgermeister tauschen wollen, was Arbeit angeht, was Veranstaltung angeht, was Verantwortung angeht und das so hinzustellen, als sollte der mal ein Reality-Check machen und deswegen dann nicht mehr Tennis spielen.

00:20:33: Das finde ich Ich fand es menschlich falsch und ich finde es auch falsch, wenn man so miteinander umgeht.

00:20:40: Das einzige Argument, das ich da gesehen habe, das ich richtig fand, war zu sagen, egal wie richtig oder falsch es ist, dass er tennis spielen geht, er hat ja Öffentlichkeit verstanden.

00:20:51: Wie kann man denn und er ist halt schon in der Vorbereitung für den Wahlkampf nicht sehen, dass er hier mit super wenig Aufwand die besten Bilder gehabt hätte?

00:20:59: Ich sage jetzt mal Stichwort.

00:21:00: Schröder hat sich auch nicht die Gummistiefel angezogen, weil es da nur im nächsten Liebe ging, sondern auch weil er wusste, dass die Presse dabei, das macht in diesem Moment Sinn, Gummistiefel anzuhaben, wenn das Hochwasser ist.

00:21:10: Und also Kai Wegner hätte ja super schnell.

00:21:15: ganz klar zeigen können.

00:21:16: Und da geht es ja schon auch, dass es nicht nur Öffentlichkeitsarbeit so zu tun, als würde man sich interessieren, sondern das ist ja auch ein Signal, dass man als Bürgermeister sich vielleicht von der Grundschule stellt und da irgendwie Tee verteilt und sagt, Leute, sorry, die Schule bleibt zu.

00:21:27: Wahrscheinlich sogar noch nächste Woche.

00:21:29: Aber hier ist ein Tee.

00:21:30: Vielleicht habt ihr irgendwie Freunde, wo ihr hingehen könnt.

00:21:33: Schade, dass das jetzt so ist.

00:21:34: Wir versuchen gerade übrigens Turnhain klar zu machen und und und.

00:21:36: Also einfach so ein bisschen Bürgerarbeit.

00:21:40: Das Thema wurde, glaube ich, im Zeichen des Wahlkampfes besprochen.

00:21:42: Das hat man auch darin gesehen, dass die Grünen so ein Papier rumgeschickt haben.

00:21:46: Das wurde dann veröffentlicht über verschiedene Medien, wo gesagt wurde, wir sollten auf jeden Fall gar nicht erst groß erwähnen, dass es einen maßlichen linksextremistischer Anschlag war, der über hunderttausend Menschen über Tage den Strom gekostet hat und der die kritische Infrastruktur in Berlin offengelegt und bloßgelegt hat und er gezeigt hat, wie gefährdet wir hier sind, sondern man solle auf jeden Fall auf den Bürgermeister gehen und dessen Tennis Spiel, was ich ehrlich gesagt schwierig finde, weil das eine Form von Auseinandersetzung ist, wo man versucht, Schwächen beim Gegner, beim politischen Gegner, als wichtiger zu bewerten, als dass das Land da vorankommt.

00:22:27: Und ich glaube, in dieser ganzen Besprechung ist es ganz, ganz fatal, wenn man nicht das sieht, was dahinter steht.

00:22:34: Nämlich ein Wegruf, dass die kritische Infrastruktur in Deutschland, in Berlin besonders war in ganz Deutschland, extrem verwundbar ist und dass wir so schnell wie möglich daran arbeiten müssen, dass man nicht mit einem Dutzend Sprengensetz das gesamte Land Alarm legen kann.

00:22:49: Und das ist für mich, dass irgendwie ein Bürgermeister Tennis spielt, in jemand, der irgendwie in den Siebzig-Achzig-Stunden-Woche sowieso immer hat.

00:22:55: Das ist für mich auch eher ein Zeichen von, sagen wir mal, da hätte wegen dem besseres kommunikatives Gespür haben, aber so schlimm fand ich das jetzt alles nicht.

00:23:03: Naja, und vor allem gab es ja dann auch, fand ich, eine sehr verfälschte mediale Besprechung dieser ganzen Sache.

00:23:07: Und zwar hieß es, wegen, da hätte gelogen... Und das wäre ihm dann so auf die Füße gefallen, sodass wir im Podcast auch schon mal gesprochen haben.

00:23:14: Es geht gar nicht so sehr um den Skandal, sondern den Umgang mit dem Skandal, der dann schwierig wird.

00:23:19: Aber da muss man auch sagen, das war ja nicht ganz so.

00:23:22: Also es war ja eher so, dass Kai Wegener gefragt wurde, Offen gefragt wurde, was haben sie am Wochenende gemacht.

00:23:28: Was haben sie am Wochenende gemacht während dieses Blackouts?

00:23:30: Und er hat gesagt, er hat sich einen ganzen Tag im Büro eingeschlossen und darum telefoniert, wovon man auch ausgehen kann, weil er der Bürgermeister von Berlin ist.

00:23:37: Und viele Entscheidungen mussten de facto über sein Schreibtisch laufen.

00:23:42: Natürlich, wenn du so eine Frage gestellt wirst, sagst du ja der Presse nicht.

00:23:46: Also ich würde erst mal am Samstag Tennis spielen, eine Stunde, eine Stunde von einem Tag, wo man auch sagen muss, der war eine Stunde Tennis spielen.

00:23:52: Ich finde, dass, also ins Verhältnis zu setzen, so, es war jetzt nicht so, dass der irgendwie auf die Malediven geflogen ist auf einen Samstag und halt irgendwie dann eine halbe Stunde noch im Büro war, dass man dann sagt, er habe gelogen.

00:24:02: Es war ja nicht so, dass er gefragt wurde, sagen sie bitte, ob sie am Samstag Tennis spielen waren.

00:24:06: Und er hat dann gesagt, nee, war ich nicht, sondern er wurde gefragt, was er gemacht hat und hat gesagt, er hat den ganzen Samstag gearbeitet.

00:24:12: Wahrscheinlich war er auch noch auf Toilette und hat was Mittag und Abend gegessen, aber das sagst du ja in so einem Moment nicht, weil es darum geht, rauszubekommen.

00:24:19: Bist du involviert und bist du für diese Stadt oder nicht?

00:24:22: Ich fand es unanständig, dann von eigentlich habe ich ja am März auch Philipp Amthor, der bei Markus Land saß, ihn so ein bisschen vorm Bus geschubst und haben also versucht, kollegial darauf zu antworten.

00:24:32: Es war aber völlig klar.

00:24:35: Es ist Ihnen jetzt auch nicht ganz unrecht, dass das passiert.

00:24:37: Man muss ja auch sagen, Kai Wegner eher linke CDU, also ein bisschen eigenartiger Begriff,

00:24:43: aber

00:24:44: liberale CDU, genau.

00:24:46: Wenn man das so sieht, dann finde ich schon, dass man auch einmal darüber reden kann, dass Kai Wegner in vielen Bereichen, finde ich, der absolute richtige Bürgermeister für Bedienes.

00:24:56: Ich finde nicht, es wurde jetzt ja so getan von wegen der erleistet sich hier eine Sache nach der nächsten.

00:25:00: Das finde ich in diesem Fall nicht.

00:25:01: Ich finde, dass der total viele Sachen macht, die man kritisieren kann.

00:25:04: Was mir in diesem Fall nicht gepasst hat, war, dass ich mir dachte, da ist einer, der sich in vielen Bereichen anstrengend das ordentlich zu machen oder für seine Politik da einzustehen.

00:25:14: Und dass der, weil ihm so eine Tennis-Sache dann vorgewürfen wird, dass das so getan wird, als sei das jetzt die Sache für die er eigentlich, ich habe diese Woche so oft gelesen, dass er deswegen zurücktreten soll.

00:25:25: Ich finde, die Zeiten sind so ernst, als dass man sich an so einer, ehrlich gesagt, La Palia aufhängt.

00:25:30: Ja, das greift dann wieder genau in das rein, was du eben erwähnt hast, nämlich wer überlebt in der Politik und ist die Politik, Stichwort Kevin Kühnerts Aussagen, Stichwort Riccala Langs Aussagen, nicht eigentlich in eine Sphäre reingeraten, wo wegen Kleinigkeiten, Nichtigkeiten, manchmal auch mittleren Dingen, die man besprechen könnte, aber ein derartiges Dauerfeuer als Belastung auf den Leuten liegt, dann deswegen Rücktrittsforderungen, deswegen Und ich meine, in vielen Fällen ist es einfach so, das zeigt so meine persönliche Erfahrung, ich denke, das können viele Leute nachvollziehen, dass gerade diejenigen, die eher aufrechter sind, ehrlicher mit der Welt, die man dort haben wollen würde in der Politik, dass die eben im Zweifel auch mehr belastet sind durch ständige Anwürfe, während diejenigen, die da Machtmissbauch betreiben, Stichwort Trump denn wiederum, die Lassen sich gar nicht aus der Ruhe bringen, von Dauer vorwürfen.

00:26:28: Für die ist es eher sogar noch ein Anreiz, dass man da schon so einen sehr ungünstigen Filter hat, wenn du ständig angegriffen wirst, wegen Dingen, die zumindest, sagen wir mal, von vielen verschiedenen Seiten betrachtet werden können.

00:26:42: Dann schaffst du eine Atmosphäre in der Politik, wo vor allem Leute überleben, die sich eigentlich gar nicht daran kümmern, was Leute sagen.

00:26:52: Ich würde gerne mit dir über eine Beobachtung sprechen, die uns eigentlich ein bisschen zum nächsten großen Trump-Theme-Komplex bringt, aber ich fand es irgendwie waren.

00:26:59: wird sich diese Meldung diese Woche, das wurde dann ganz stolz am Samstag, näher am Sonntag verkündet, als der neue Kabelbaum, soweit ich das verstanden habe, fertig war, der wurde irgendwie in Ostberlin gefertigt und der musste dann ja in den Westen rüber gefahren werden.

00:27:12: Da wurde dann so ganz stolz verkündet, dass das mit einem Polizeikonvoi passiert ist, weil zum einen ist ja LKW Sonntags Fahrverbot und es war ein Sondertransport und die Genehmigungen wurden dann alle erteilt, die Sondergenehmigung, dass das alles geschehen konnte.

00:27:25: Und das sind für mich viel mehr Sachen, wo man darüber reden kann, als über das Tennis spielen, dass ich finde, sorry.

00:27:32: Spüren sich da noch irgendwelche Leute?

00:27:34: Oder geht es jetzt darum, das wurde so kommuniziert, als hätte es die Möglichkeit gegeben, dass diese Genehmigung für das Sonntagsfahrverbot der SSLKW, der diesen Kabelbaum transportiert, auch hätte nicht erteilt werden können, dass man froh ist, dass der erteilt wird.

00:27:48: Das ist eine Form von Bürokratie, bei der ich den Kopf schütteln möchte.

00:27:52: Ehrlich gesagt, das sind die Punkte, die ich angreiten möchte und mir denke, wieso gibt es zum Beispiel nicht.

00:27:57: In China wird es in jeder Baustelle gemacht, ohne dass es irgendeinen Notfall gibt.

00:28:01: Vierundzwanzig Stundenschichten.

00:28:02: Wieso ist es bei so einer Sache nicht so, dass es acht Teams gibt, die daran arbeiten.

00:28:06: Ich habe so Aufnahmen von der von der Baustelle gesehen, welche Leute daran arbeiten.

00:28:11: Und die Bauarbeiter wurden so ein bisschen interviewt.

00:28:14: Das war schon beunruhigend schmal besetzt, sage ich jetzt mal.

00:28:18: Jetzt kann man sagen, ja, vielleicht braucht es da nicht mehr Leute.

00:28:20: Aber Ich finde schon, es wurde ja auch viel besprochen, dass es beunruhigend ist, wie lange das, dass sowas eben dann irgendwie eine knappe Woche dauert, bis es wieder in den Stand gesetzt wird.

00:28:30: Jetzt hast du ja aber bei Trump.

00:28:32: Und da dachte ich dann kurzzeitig, obwohl ich nur den Kopf schütteln möchte, bei so einer geht es wurde die Genehmigung erteilt, Meldung, dachte ich mir, naja, du hast aber auf der anderen Seite Trump, der halt aus seinem Zelt, Notfallzelt in Mar-a-Lago erzählt, dass er jetzt nach Venezuela geflogen ist und das wurde eigentlich mit niemandem besprochen.

00:28:48: Und ich habe mich dann gefragt, ist es nicht ermüdenderweise ein Faktor für eine funktionierende Bürokratie in der Demokratie, weil halt eine Genehmigung erteilt werden muss, damit so ein Kabelbaum durch die Gegend gefahren wird?

00:29:00: Das kann nicht einer einfach so entscheiden.

00:29:02: Das kann man sagen, wahrscheinlich hat ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin auch Sonderrechte in Notfällen, dass die natürlich auch solche Sachen entscheiden dürfen, ohne dass es da eine Genehmigung für braucht.

00:29:12: Aber.

00:29:13: Ich dachte mir dann so, naja, was ist mir lieber im Zweifel?

00:29:15: Ist es mir lieber, dass sowas eine Genehmigung braucht, als jemanden da sitzen zu haben, der sagt, ich habe ein anderes Land angegriffen ohne Genehmigung.

00:29:24: Ich habe das jetzt einfach entschieden, dass wir das so machen.

00:29:26: Übrigens, ich brauche noch Grönland.

00:29:27: Das ist eine superinteressante Diskussion, die auch wirklich wiederum, das ist eine sehr schöne Beobachtung, diese ganzen Themen miteinander verbindet, weil Bürokratie, das ist ja inzwischen so total abwertend, wird das immer benutzt.

00:29:41: Und eigentlich ist das, was man heute unter Bürokratie versteht, wenn man zum Eithalt sagt Bürokratismus, also eine völlige Übersteigerung.

00:29:48: Bürokratie heißt eigentlich die Herrschaft des Schreibtisch, wenn man es oft auf den französischen Ursprung zurückführt.

00:29:53: Und die Herrschaft des Schreibtisch ist nichts anderes, als dass man festgelegte Regeln hat, nach denen alle möglichen Verwaltungsprozesse funktionieren.

00:30:01: Der Übersoziologe Max Weber hat schon im neunzehnten Jahrhundert einfach genau davon geredet, dass eine Gesellschaft zivilisiert wird, eine Gesellschaft beherrschbar wird, wenn die Bürokratie möglichst ausgefeilt und gerecht versucht nach Prozessen zu entscheiden.

00:30:19: Das war bei ihm auch gar kein schlechtes Wort.

00:30:21: Verwaltungskultur könnte man sagen.

00:30:23: Aber die Frage, die dahinter steht, die hat wieder auf interessanter Weise irgendwo zwischen Trump und dem nicht besonders funktionsfähigen Deutschland mit dieser Friedensdividende zu tun.

00:30:37: Weil es die These gibt, dass in Deutschland so lange Frieden war, dass die Leute vergessen haben, wie wichtig eine funktionierende schlagkräftige Infrastruktur, Verwaltung und eben auch ein entsprechender Wehrapparat ist, dass also Effizienz und Effektivität in dieser Verwaltungskultur, in der Politik Absolut essenziell sind insbesondere, wenn eine Gefahrensituation auftaucht.

00:31:06: Das muss ja noch nicht mal Krieg sein.

00:31:07: Aber genau diese Frage haben wir uns jetzt nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... ... nach ... Haben wir uns in den Situationen manövriert, wo wir überhaupt nicht mehr notfallfähig sind?

00:31:32: Ich finde aber da wirklich in den letzten Jahren.

00:31:35: teilweise wird es bis jetzt nur redigt und noch nicht gelebt.

00:31:38: Aber dieses wunderbare Wort Endbürokratisierung findet ja auch zum Beispiel im Baurecht gerade schon in einzelnen Bereichen statt.

00:31:45: Ich glaube, dass das noch mehr kommen muss, weil je krasser alles durchbürokratisiert ist, dass du mehr muss man sich ja auch dann irgendwann fragen, wo kann man endbürokratisieren?

00:31:55: Aber das sind für mich zwei Vorgänge, die miteinander natürlicherweise zu tun haben und sich ja auch bedingen können.

00:32:02: Ich glaube, das, was man gerade in Amerika sieht, ist schon beunruhigend, weil ich glaube, es gibt, also wenn wir jetzt irgendwie so bei diesen ganzen wunderbaren staats theoretischen Gedanken auch von Max Weber bleiben, dann schafft ja Bürokratie und Regeln eine Struktur.

00:32:20: Und dann sind wir irgendwie sogar weit vor Max Weber, eher so bei den ganzen Philosophen, die sich so mit den Staatstheorien befasst haben.

00:32:28: Wie leben wir als Gesellschaft zusammen?

00:32:30: Und ich glaube schon, dass es beängstigend ist.

00:32:33: Und ich finde, dass man das in Amerika gerade gut sehen kann.

00:32:35: Traurigerweise konnte man das am siebten Januar in Minneapolis total gut sehen.

00:32:39: Als René Guth erschossen wurde, eine Hausfrau und Mutter von einem ICE Agent.

00:32:45: Sie saß in ihrem Auto, hat dieses Auto zurückgesetzt und wurde dann so beim Zurücksetzen erschossen.

00:32:50: Ich glaube, dass das... Ein Teil von dem ist, was man gerade in Amerika beobachten kann und zwar, wenn eine Demokratie kaputt geht und ein Präsident das Signal sendet.

00:33:03: Ich treffe individuelle Entscheidungen, so wie dieser Ice-Agent in dem Moment eine individuelle Entscheidung getroffen hat.

00:33:08: Der hat sich eben nicht mehr an Protokoll gehalten, sondern er hat für sich seinen Wirkbereich so ausgereizt.

00:33:14: Dass sich jetzt natürlich viele Konservative hinschellen und sagen, die Frau hat das Auto als Waffe eingesetzt.

00:33:20: Das war kurz davor, also zu vergleichen.

00:33:24: Als hätte die Frau eine Waffe gezogen, so ein Auto kann eine tödliche Waffe sein.

00:33:28: Der Ice Agent musste Angst haben, überfahren zu werden von ihr.

00:33:31: Und deswegen war es völlig berechtigt, dass er geschossen hat.

00:33:34: In ganz Amerika gehen gerade Leute auf die Straße, die sagen, diese Situation war nicht so.

00:33:39: Und es ist falsch jemanden, der aus Angst versucht.

00:33:43: in einer Situation zu entfliehen, das Leben zu nehmen.

00:33:48: Wenn man sich ansieht, dass dieser jemand jetzt nicht ein aggressiver Mann mit Waffen bis zum Get-Know im Auto war, sondern eine Mutter von Kindern, eine Hausfrau, eine Frau, die einfach von diesem einschüchternen Verhalten der ISL-Schönste seit Monaten in Amerika vorher über das berichtet wird, das den Leuten Angst macht, wenn eine Frau in so einen Moment Panik bekommt und dann erschossen wird, dann ist es eine Situation, die, finde ich, auch nicht für sich alleine stehen kann, wenn man gerade ansieht, was in Amerika passiert und ich glaube, dass es zusammenhängt mit der Präsidentin scheitend ein anderes Land anzugreifen.

00:34:25: Das ist es nicht mit dem Kongress abgesprochen.

00:34:28: Irgendwelche ICE Agents überschreiten und das ist ja nicht der erste Vorfall, komplett ihre Kompetenzen oder kriegen von den Präsidenten gesagt, ihr müsst euch nicht mehr an die Regeln halten, die wir vorher hatten.

00:34:37: Ihr habt jetzt euer eigenes Regelwerk.

00:34:40: Das schafft gerade, finde ich, ein Chaos in diesem Land, das ja auch von den Menschen dort wahrgenommen wird, von dem ich mir denke, es ist genau das schlechte Beispiel für, das ist ja jetzt gerade keine Endbürokratisierung, die da stattfindet, sondern es ist eine Entdemokratisierung.

00:34:54: Entrechtsstaatlichung.

00:34:56: Und Bürokratie ist eigentlich ja nur der Funktionsbegriff, der hinter einem Rechtsstaat steht.

00:35:02: Dass man sagt, man hat Regeln, an die muss man sich halten und nach denen gehen alle möglichen staatlichen Prozesse vor sich.

00:35:08: Und jetzt nicht Prozesse, nicht nur im juristischen Sinn.

00:35:10: Und da sehe ich genau wie du und wie viele andere auch.

00:35:14: Das ist von Jimmy Kimmel, von John Stuart, von ganz vielen, von den großen Comedians, die den politischen Alltag besprechen, immer wieder nach vorne gekehrt wurden.

00:35:25: Wenn du einen Präsident hast, der offenkundig lügt, der sich offenkundig gar nicht um irgendwas schert, was eigentlich irgendwo vereinbart ist.

00:35:32: Wenn alles, was er möchte, gefälligst zu passieren hat, Und alle, die das nicht wollen, sind Feinde nicht nur von ihm, sondern des Staates.

00:35:40: Er ist der Staat.

00:35:41: Dann ist das eine Signalwirkung natürlich erst recht in die Exekutive.

00:35:46: Und natürlich erst recht in diese Eisbehörde, die ja nicht nur passenderweise so kalt heißt, sondern die mit spätestens der Wiederwahl von Trump

00:35:57: auch

00:35:58: die Funktion einer Art inneren Polizei bekommen hat.

00:36:02: wo Rechtfertigungsstrukturen außer Kraft gewetzt worden sind, wo Übernahmen stattgefunden haben, die juristisch überhaupt nicht eindeutig geregelt waren von Macht in Situationen gegenüber Bundesstaaten.

00:36:16: Es klagen mehrere Bundesstaaten dagegen, was diese Behörde tut, die Immigrationsbehörde und Zollbehörde, die von Trump pervertiert worden ist.

00:36:27: Schon werden erste Vergleiche, was heißt schon?

00:36:29: Das schon länger werden Vergleiche mit anderen faschistischen Regimes klar, weil in fast allen faschistischen Regimes gab es Polizei, Geheimpolizeien, innere Polizei, Nebenpolizeikräfte, Truppen.

00:36:45: In Deutschland wissen wir das in ganz vielen anderen Bereichen natürlich auch in anderen Ländern, wo faschistoide Regimes geherrscht haben.

00:36:52: Wo vollkommen klar ist, das ist jetzt nicht nur ... eine Entbürokratisierung.

00:36:58: Hier müssen wir mal aufräumen und dafür müssen wir mal ein paar Regeln, ein bisschen Straffer interpretieren oder so.

00:37:03: Nein, das, was hier passiert, ist von ganz oben bis auf die Straße mit der Waffe in der Hand ein Mangel an Verantwortungstruktur, der gewollt ist.

00:37:14: Glaubst du, dass sowas wie diese Tötung.

00:37:19: Ich streue mich so ein bisschen gegen Mord.

00:37:21: Ich versuche das immer noch zu differenzieren, unter anderem deswegen, weil ich die Videos, die umgegangen sind, die wahrscheinlich viele Leute fast alle gesehen haben werden, die sich damit intensiv beschäftigen, ich fand die weniger eindeutig, als viele Leute behauptet haben.

00:37:36: Ich hätte jetzt nicht gesagt, das ist vollkommen klar, was hier im Detail, dass da eine Überschreitung stattgefunden hat, definitiv.

00:37:43: Ja.

00:37:43: Vollkommen klar.

00:37:45: Aber Da

00:37:47: rauszulesen, dass jede Form von, da könnte sich jemand bedroht gefühlt haben von einer Person mit einem Auto, das komplett abzuweisen und zu sagen, da würde ich erst mal ein bisschen vorsichtig sein und meine Konsequenz daraus ist von Tötung zu sprechen und eher nicht von Mord.

00:38:03: Aber das ist wirklich nur so für mich eine vor- sichtsmaßnahme.

00:38:05: Aber glaubst du, Jule, dass das von der Größenordnung etwas sein wird wie der Mord an George Floyd?

00:38:13: Ich finde es schwierig, es sterben irgendwie so in Ranking zu setzen und sich zu überlegen.

00:38:18: Ich

00:38:18: meine das nicht als Ranking, sondern von der Wirkung her.

00:38:21: Bei Floyd ist vollkommen klar gewesen, es gab danach im Prinzip auf der gesamten Welt eine große Bewegung.

00:38:27: Black Lives Matter hat dann sehr, sehr viel...

00:38:30: Ich glaube, man kann das schon allein nicht miteinander vergleichen oder überlegen, was da größer war, weil wir jetzt gerade wirklich in einer anderen Zeit leben.

00:38:36: Und ich glaube, dass das sicherlich irgendwie so... dieses Ereignis und wie vor allem konservativ damit umgehen, ein Nagel im Sarg von Donald Trumps Präsidentschaft sein kann.

00:38:48: Ich finde aber auch, dass gerade so viel gleichzeitig passiert, dass es vielleicht am Ende auch nur ein Tropfen, ein Fass ist, dass sich zwar gerade füllt, aber noch nicht voll genug ist, um irgendwie große Konsequenzen draus zu ziehen.

00:39:02: Ich finde schon, dass wenn wir jetzt bei dieser Theorie bleiben, macht sich Trump viel aus... Regeln und aus einem bestehenden Gesetz, dann gibt es dafür in der letzten Woche noch viel mehr Indizien, die teilweise auch absurd sind, wie zum Beispiel dieser Vorschlag der venezolanischen Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado, die angeboten hat, in einem Interview mit Fox News ihren Nobelpreis an Donald Trump zu geben.

00:39:30: Und Donald Trump dazu nur gesagt hat, dass es ihm eine Ehre wäre, dass er das schon gehört hat, dass er sich auch freuen würde, dem Preis gerne annehmen würde, auch noch mehr erzählt hat, warum er findet, dass er denn auch verdient hat.

00:39:39: Also er hat es ein bisschen so getan, als würde ihm der jetzt nochmal verliehen werden diese Woche, worauf das Nobelpreiskomitee sich gemeldet hat.

00:39:47: Und nochmal ganz kurz gleichgestellt.

00:39:48: Also man muss wirklich sagen, die sind ja sonst sehr unter sich so.

00:39:52: Dieses norwegische Nobelpreiskomitee ist jetzt nicht irgendwie so viel den Newsmäßig jede Woche mit einem Podcast am Start zum Weltgeschehen, haben sich jetzt aber doch hier einmal eingeschaltet in dieses ganze Geschehen und haben gesagt, Zitat, ein Nobelpreis kann weder widerrufen noch auf andere übertragen werden.

00:40:09: Die Entscheidung ist endgültig, wenn der Nobelpreis einmal bekanntgegeben wurde und der Preisträger erfolgt sei.

00:40:20: Absurdität.

00:40:21: und dahinter steckt, das ist ja eine lustige Geschichte, aber dahinter steckt ja, finde ich was, was halt auch auf diese These einzahlt, da ist jemand, der macht sich nichts aus, wie wir die Welt gelernt haben, weil der macht sich ja nicht wirklich was aus dem Nobelpreiskomitee, sondern er möchte einfach diesen Preis haben, weil wir in der Welt leben, in der dieser Preis was wert ist.

00:40:38: Und

00:40:38: weil Obama den bekommen hat?

00:40:40: Ja, genau, weil Obama den bekommen hat, weil er sich bis heute drüber aufregt und sagt ja nicht mal Obama weiß selbst, warum er den bekommen hat und er hätte den ja wirklich verdient.

00:40:47: Und wie er den bekommt, ist ihm eigentlich egal.

00:40:48: Es geht darum, dass neue Fakten geschaffen werden.

00:40:51: Und wenn man diese Woche den amerikanischen Wikipedia-Artikel von Donald Trump sieht, das kann man sagen, wahrscheinlich hat er sich nicht selbst nachts um drei hingesetzt und ihn geändert.

00:40:58: Aber wenn man auf diesen Wikipedia-Artikel geht, sieht man zumindest stand, der Januar, dass Donald Trump dort als der Präsident von Venezuela eingetragen ist.

00:41:08: Und das sind, finde ich, alles Momente, wo man sich denkt, na ja, wir haben ja mal irgendwann... Ich sage jetzt mal, ich nenn's mal auch Bürokratie.

00:41:17: Wir haben eine Bürokratie gelernt.

00:41:19: Wie wird ein Nobelpreis vergeben?

00:41:21: Wer ist der Präsident von dem Land und warum?

00:41:25: Und Donald Trump hat jetzt irgendwie die letzten vierzehn Tage in so vielen Bereichen entschieden, dass das anders ist.

00:41:30: und eilig gesagt mit Erklärung, das hat er ja dann auch über Grönland gesagt, dass er jetzt nicht versteht, warum Dänemark irgendeinen Anspruch auf Grönland hätte, weil die vor ein paar hundert Jahren da mit einem Schiff hingefahren sind, wo man sich denkt, du bist ja Präsident von den Vereinigten Staaten von Amerika.

00:41:47: Deine ganze Existenz und auch deine familiäre Geschichte beruht darauf, dass Familienmitglieder von dir und ihre Vorfahren Irgendwann mal an Land hingefahren sind, mit einem Schiff und gesagt haben, das gehört jetzt uns.

00:42:00: Diese Erklärung so hinzunehmen und zu sagen, ja und deswegen sehe ich, wir brauchen halt Grünland, das sehe ich nicht, dass das noch weiter zu Dänemark gehört.

00:42:08: Das sind alles so Punkte, das hört sich ja total witzig an, aber ich glaube, dass dahinter eine ganz tiefe Überzeugung ist von, ich baue mir die Welt, wie sie mir gefällt und ihr habt es anzunehmen, weil ich bin der Lieder des stärksten Landes dieser Welt und was ich entscheide, zählt.

00:42:24: Das ist dieses rechtes Stärkeren.

00:42:26: Und ich musste bei dem, was du gerade gesagt hast, mit diesem Schiff anlanden.

00:42:30: Das heißt ja gar nichts.

00:42:32: Da musste man sofort lachen.

00:42:34: Das wurde ja auch in vielen Sendungen aufgegriffen.

00:42:37: Ich musste aber auch an einen lustig tragischen Doppelspruch denken.

00:42:43: Es gibt ja diesen so ein bisschen merkwürdig herablassenden Historikerspruch.

00:42:48: Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

00:42:52: Ja, damit reden sich, glaube ich, Historikerinnen.

00:42:55: schön, dass sie ein Fach haben, das nicht so leicht und so eindeutig dazu führt, dass man als Historiker oder Historikerin wissen kann, was genau, wie, wann, worum passiert ist.

00:43:06: Aber unheimlich davon, ich möchte es gar nicht Historiker baschen oder so.

00:43:09: Es gibt so einen Anhängse an diesen Spruch, den eben auch viele Historikerinnen, die ich als sehr, sehr gewitzte Leute kennengelernt habe in der Regel, dazu sagen.

00:43:18: Und der zweite Teil davon heißt ... Und wer Geschichte kennt, ist dazu verdammt, hilflos zuzuschauen, wie die, die sie nicht kennen, sie wiederholen.

00:43:26: Ja, sehr gut.

00:43:28: Das daran muss ich jetzt häufiger denken, weil ganz viel von dem, was passiert und auch was Trump implizit vorgeworfen wird, ja die völlige fehlende Sachkunde von ungefähr allem.

00:43:43: Du redest jetzt zum Beispiel auch davon, dass es gab zu dieser Schiffsaussage noch eine weitere Aussage dazu.

00:43:49: Und zwar hat er nämlich ja auch gesagt, dass er nicht möchte, dass Russland die direkten Nachbarn von Amerika werden.

00:43:58: Und da sind wir wieder bei Kartenkenntnis und du hast es schon mal erwähnt, dass er ja auch wahrscheinlich davon ausgeht, dass Grönland deutlich größer ist, als es tatsächlich ist.

00:44:07: Zum Zweiten ist aber halt da auch ein Donnie, der halt eine Weltkarte im Kopf hat, die auf der klassischen Weise nicht zeigt, dass Russland jetzt schon direkt der Nachbar von Alaska ist.

00:44:19: Und vier

00:44:19: Kilometer ist die Entfernung zwischen den beiden Staaten.

00:44:21: Genau.

00:44:22: Also zwei Inseln.

00:44:22: Und

00:44:22: seine seine ganze Argumentation, warum er Grönland braucht und weil er nicht der Nachbar von Russland sein möchte, hink natürlich nicht nur, wenn man sich einen Blick auf die Karte wirft und sieht, ihr seid jetzt schon Nachbarn, sondern auch wenn man sich ansieht, wie weit Grönland dann weg ist.

00:44:40: Und dann geht diese ganze Theorie halt nicht auf und sie fuß ja am Ende.

00:44:45: Und das finde ich weiß man bei Trump nie.

00:44:47: Auf entweder nicht wissen, wenn ich für den gar nicht einen Schutz nehme, ich gehe fest davon aus, dass der eine wirklich schlechte Bildung hat und keine gute allgemeinen Bildung hat.

00:44:55: Das merkt man auch immer wieder an anderen Punkten.

00:44:57: In dem Fall jetzt kann ich mir aber auch einfach vorstellen, dass es wieder dieser Größenwahn ist, zu sagen, Es ist mir egal, ob die Nachbarn sind oder nicht.

00:45:04: Wenn ich sage, dass es keine Nachbarn sind und dass wir deswegen Grönland brauchen, dass es weiter keine Nachbarn sind, dann schafft er sich ja wieder eine eigene Realität, die irgendwie alle annehmen müssen.

00:45:13: Und das ist gerade schon ein Zustand, von dem ich mir denke, man merkt ja auch in dem letzten Jahr in den Umfragen, das funktioniert nicht mehr lang.

00:45:24: Ich glaube nicht, dass es lang funktioniert.

00:45:25: Und ich finde, wenn man sich jetzt diese ersten zwei Wochen im Jahr ansieht, dann haben wir ja schon erzählt, dass es natürlich auch alles irgendwie Ablenkungsstrategie für die Epstein-Pfile sein kann.

00:45:36: Aber ich weiß jetzt nicht, wie gut die Ablenkung ist, ohne den Kongressen anderes Land anzugreifen, geopolitische Felder aufzumachen, von denen man ja gerade sagt, okay, wir haben jetzt gerade zu dieser Stunde Krisengipfel.

00:45:49: mit der grünen ländischen Außenministerin, es in Spannung mit der NATO, Kuba, Venezuela, da gibt es ja gerade ganz viele Punkte, von denen man sich denkt, der ist nicht nur kurz davor, im dritten Weltkrieg anzufangen, sondern der macht auch Problemefelder auf, wo vorher keine waren und er hat ja jetzt schon keine gute Zustimmung und ich glaube auch gerade bei den Leuten, die ihn für America First gewählt haben, Ich weiß nicht, ob die gerade da sitzen, die haben das ja gemacht, weil sie keine Jobs mehr haben, weil es ihnen nicht gut geht, weil sie das nicht zahlen können.

00:46:19: Es wird ja gerade nicht besser.

00:46:21: Ja,

00:46:23: dieser ganze Komplex der Ablenkung, der gab es in den neunziger Jahren, diesen Film Wag the Dog mit Dustin Hoffman, der damals auf den Irak Krieg gemünzt war und immer noch so mit feinen subtilen Anspielungen daherkam.

00:46:36: Das ist jetzt so offenkundig, dass Trump einen krassen Muffin nach dem anderen macht, um möglichst die Debatte über die Appsteamfalls irgendwie wegzubekommen, weil die ihm sehr gefährlich werden kann.

00:46:47: Das explodiert übrigens auch gerade in sozialen Medien.

00:46:49: Es scheint Leute zu geben, die da einen tieferen Einblick haben.

00:46:52: Man weiß nie so genau, ist das irgendwo zwischen Verschwörung und irgendwelchen Lügen, die erzählt werden, natürlich von allen möglichen Seiten.

00:46:59: Aber es scheint immer mehr rauszukommen und immer stärker Donald Trump belastet zu werden.

00:47:04: Das würde ja bedeuten.

00:47:05: dass er immer krasser eskalieren muss, dass er immer höher drehen muss und dass, wenn Venezuela vier oder fünf Tage reicht und dann wieder das alte Thema aufkommt, da muss noch was passieren, dann noch mal grüner.

00:47:16: Und du hast in der letzten Woche häufiger diesen Artikel zitiert, dass Trump etwas anfängt, was er nicht mehr kontrollieren kann.

00:47:24: Und ich musste an diese Überschrift aus The New York Times von

00:47:27: David Frans

00:47:29: häufiger denken.

00:47:30: Weil das ist mit Grönland so.

00:47:32: Das kann mit Iran, würde ich sagen, muss es nicht so sein.

00:47:37: Aber in ganz vielen anderen Bereichen ist es sehr gut möglich, dass Trump die Geister, die er ruft, irgendwann gar nicht mehr kontrollieren kann.

00:47:46: Interessant danebenaspekt, China wird gegen den Venezuela-Überfall offenbar juristisch vorgehen.

00:47:54: Das heißt, die versuchen, den Rechtsstaat anzurufen und den Coup von Trump irgendwie juristisch anzugreifen.

00:48:03: Das ist halt gerade schon was, von dem ich mir denke.

00:48:06: Trump fühlt sich gerade so wild auf und es tut mir total leid wirklich für alle AmerikanerInnen, weil wenn man diese Woche auch nur so glimpses davon bekommt, wie es der Bevölkerung da geht, dann glaube ich, ist es höchst beunruhigend nochmal.

00:48:19: Und da sind wir wieder bei, was macht eine Nachricht mit dir, wenn sie international ist, wenn sie regional ist.

00:48:24: In dem Fall ist ja alles, was mit Trump in Amerika zu tun hat, regional.

00:48:28: Ich glaube, dass das noch mal einen wirklich nicht gut schlafen lässt.

00:48:31: Ich habe diese Woche auch ein Interview von einer Islanderin gesehen, die gesagt hat, sie möchte nicht über ihn reden, weil sie gerade nachts wegen ihm wach ist.

00:48:37: Und ich fand, das war so eine zarte und so eine grönländische Antwort auf Weltgeschehen.

00:48:45: Ich habe mir dann auch gedacht, ich habe das noch nie diese Woche viel gehört, aber also für alle Grönländerinnen gerade, die ja gerade Auch wenn sie sich als Grönlander in einem als eigenständiges Land verstehen, sie gehören jetzt zu Dänemark.

00:48:59: Du bist auch Teil von einer der, ich sage jetzt mal, in der Welt angesehensten Nationen.

00:49:04: Du bist gandienavisch, du bist dänisch, du bist irgendwie so, ja, du bist einfach so in einem Land, die es ja einfach so Lebensqualität und alles in fantastischen Ruf hat.

00:49:15: Und dann hast du nicht die Wahl, sondern die läuft Gefahr zu einem der verblödenen Nationen der so im Ruf zu gehören.

00:49:25: Plötzlich, das ist ja auch einfach, ich kann richtig verstehen, also ich sehe darin Witz, aber ich kann natürlich verstehen, dass es einen gar nicht ruhig schlafen lässt als Grönländerin gerade, weil man sich denkt, es kann ja wohl nicht wahr sein.

00:49:36: Und die meinte dann auch so, wir wollen keine Amerikaner sein.

00:49:40: Und ja, das ist so eine Verzweiflung gesagt, von der ich als jetzt sage ich mal Europäerin total verstehe, dass man das nicht sein will.

00:49:49: Vor allem nicht unter so einem Präsidenten.

00:49:52: Auf der anderen Seite wollen ja auf der Welt gerade unfassbar viele Menschen Amerikaner werden.

00:49:57: Aber keine Grünen da.

00:49:58: Also

00:49:59: ich verstehe was

00:50:00: du meinst, aber das ist jetzt, da glaube ich hätte man vorher Grünen gefragt, hätte sie nein gesagt.

00:50:04: Bin ich bin ich so sicher, weil irgendwie am Ende ist es ja so eine Imagefrage und wenn du von Passstärke zum Beispiel ausgehst, dann ist Dünnemarkt ziemlich weit vorne mit dabei, aber dann sind natürlich US-Pässe schon allein deswegen ziemlich hoch im Kurs, wenn man in die vernichten Staaten gehen kann, was vielen Leuten immer noch als das Land, wo man es schaffen kann, gilt.

00:50:23: Sorry und da, ich habe die vor ein paar Wochen ein Meme gesehen.

00:50:26: Das ist mir seitdem so im Kopf.

00:50:28: Es ist so lustig, aber es ist auch, finde ich, hochpolitisch, weil es zeigt, das war nach dieser ganzen, dass diese Essensstellen in Amerika gerade alle dichtgemacht wurden.

00:50:39: Und es war einfach nur ein Video, wo eine schwarze Frau am Tisch sitzt und zu ihren Kindern sagt, sie hat so afrikanische Klamotten an und so.

00:50:46: Es sieht irgendwie so ein bisschen nach, ich würde es mal sagen, so zentral Afrika aus.

00:50:50: Und sie sagt, zwar auf Englisch, aber mit, ich denke, neigerianischen Akzent, Kinder, esst euer Essen auf.

00:50:59: In Amerika gibt es Kinder, die hungern.

00:51:01: Und... Das ist natürlich so lustig, weil wir alle kennen diesen Spruchkindes.

00:51:06: Es in Tellerlärm, in Afrika gibt es Kinder, die haben nichts zu essen.

00:51:09: Aber das war so akkurat und so politisch scharf, dass ich mir dachte, ich glaube, dass sich das in den letzten Jahren krass verändert hat mit, dass alle nach Amerika wollen.

00:51:21: Sicherlich gibt es noch Länder, wo Leute alles tun würden für eine Green Card, das verstehe ich.

00:51:26: Aber ich finde, mit Trump ist eben so viel passiert, dass man sagen muss, Naja, Healthcare ist nicht da.

00:51:32: Jeder Schutz von sozialem Abstieg ist so abgeschafft, dass du da ja wirklich einfach an Krankheiten, an Hunger, an Obdachlosigkeit sterben kannst.

00:51:42: Ich glaube, dass sich das noch viel mehr verändert und ich habe keine antieamerikanische Haltung.

00:51:46: Ich will das einmal kurz sagen, es ist jetzt nicht so ein Fiebertraum irgendwie, so ein linker Fiebertraum zu sagen in Amerika ist alles schlecht.

00:51:52: Ich finde aber schon, dass in den letzten Jahren, gerade was die Marke angeht, will man unbedingt eine Green Card haben wegen ABC.

00:51:58: Wegen Trump schon sich so verschlechtert hat, dass ich sagen würde, ich verstehe immer noch, warum Obama den Nobelpreis bekommen hat und ich verstehe, dass das unter Obama anders war.

00:52:06: Es ist jetzt aber nicht mehr so.

00:52:07: Gerade wenn natürlich Einwanderung eines der zentralen Themen ist, wo Trump

00:52:12: Angst

00:52:13: schürt.

00:52:16: Ich gehe gerne über das letzte große Thema sprechen.

00:52:19: Über das, das hattest du schon erwähnt, wir auch definitiv noch eine größere Folge machen wollen.

00:52:24: Und was auch wieder mit Trump zu tun hat, wenn auch ein bisschen anders geschichtet, nämlich Iran.

00:52:30: Iran hat mich auf mehrere Weisen persönlich beschäftigt, unter anderem nicht nur, weil da Freunde herkommen, sondern auch, weil da in Deutschland, in deutschen sozialen Medien nach meiner Wahrnehmung so eine Bigoterie sichtbar geworden ist.

00:52:49: Nach dem siebten Oktober, nach dem Krieg in Gaza, sehr viele Menschen ihre Empörung, ihre Anteilnahme, Solidarität mit den Menschen in Gaza gezeigt haben, was ich völlig legitim finde und wo sie Empathie bewiesen haben gegenüber den Menschen, die dort leiden und die jetzt plötzlich außerordentlich still sind, wo eine Bevölkerung zu Teilen abgeschlachtet wird von einem islamistischen Regime, wo im Iran Menschen auf die Straßen gehen für ihre Freiheit und gegen eine Diktatur kämpfen, gegen eine theokratische Diktatur, die ihnen jetzt seit fast fünfzig Jahren das Recht auf Leben, auf freies Leben verwährt.

00:53:34: Und das denke ich mir die ganze Zeit bei diesen Bildern.

00:53:36: Also A. diese unsäglichen Bilder jetzt von dieser eher provisorisch eingerichteten... Leichen, Identifizierungsstädte, wo einfach alle toten Menschen hingebracht werden und verzweifelte Familien da rumrennen und junge Menschen da liegen.

00:53:53: Und man sich denkt, ich weiß nicht, woher die den Mut nehmen.

00:54:00: Ich finde es so berührend zu sehen, dass Menschen, die in meinem Alter sind, in deinem Alter sind, auf die Straße gehen und für einen größeren Traum von Freiheit bereit sind, weil ich glaube, dass sie sich der dieser Gefahr bewusst sind.

00:54:15: ihr Leben dafür zu geben.

00:54:16: Und ich finde das grausame zu sehen, dass diesen Menschen tatsächlich ihr Leben genommen wird.

00:54:26: das Internet-Telefonverbindungen abgeschaltet sind, muss man auch nochmal ein großes Shoutout an Elon Musk geben, der mit Starlink da einfach binnen Stunden ein Netz hergestellt hat, in dem sich Menschen A. verabreden konnten, B. untereinander vernetzen konnten.

00:54:41: Das sind ja wirklich so Punkte, wo ich mir denke, bei all den Schwierigkeiten, die wir mit all diesen großen, wahnsinnigen Tech-Milliardären haben, gibt es ja auch solche Lichtblicke, wo man sich denkt, wie gut, dass das gerade wenigstens über diesen Weg funktioniert.

00:54:55: Und trotzdem, das geht einem so nah.

00:54:58: Das ist so eine Sache.

00:55:00: Und wir haben keine iranischen Wurzeln.

00:55:02: Wir haben so viele Freunde, die iranische Wurzeln haben, wo ich mich gerade, ehrlich gesagt, gar nicht so richtig trauer nachzufragen, wie es denen geht, weil ich so Angst vor der Antwort habe.

00:55:10: Weil alles, was man gerade davon hört und sieht, ist so grausam.

00:55:14: Und das teilweise auch, ich hätte so gerne Hoffnung bei diesem Thema.

00:55:19: Und ich lese ganz oft in den letzten Tagen, dieses Mal ist es anders.

00:55:23: Bei all der Grausamkeit und Dummheit, die Trump auch so an den Tag legt, muss man ja sagen, ist ja da auch eine große Hoffnung, sage ich jetzt als außenstehende Person, auch von Seiten Amerika, dass man sich denkt, hoffentlich wird da irgendwie geholfen.

00:55:38: Und hoffentlich ist es dieses Mal wirklich anders, weil diese Vorstellung, dass gerade so viele Menschen ihr Leben verlieren für die Hoffnung auf Besserung, das darf nicht enttäuscht werden, das darf nicht wieder ins Leere laufen.

00:55:54: und wenn man sich irgendwie so in den letzten Jahren die Entwicklung im Iran angesehen hat, dann war das ja eine Sache, wo man immer wieder so Hoffnung hatte und Lichtblicke hatte und dachte, jetzt wird es anders, jetzt wird es sich endlich ändern und dann hat sich es wieder nicht geändert, dass mir gerade Ehrlich gesagt, ich bin gerade noch so richtig auf so einer emotionalen Ebene und sehe das alles und merke einfach, wie es mich lämt und haupt macht und berührt, in der Weise, wo ich jetzt gerade gar nicht so richtig mehr dazu sagen kann, ah, weil ich mich in dem Thema wirklich nicht als Experten füge und ich hoffe, dass werden wir mal eine Folge dazu machen, dass wir da, und wir können ja relativ viele Leute, die sich da ganz genau mit auskennen, dass wir die einladen können, aber gerade die Situation auch so dynamisch ist, dass ich gar nicht so richtig weiß.

00:56:43: was die Prognose ist und ehrlich gesagt viele Expertinnen, die ich diese Woche gelesen habe, sind auch sehr widersprüchlich in dem, wie das da jetzt weitergeht.

00:56:53: Teilweise habe ich gelesen, dass es dieses mal alles anders ist und aus denen und den Gründen das total realistisch ist, dass dieses Schreckensregime endlich gestürzt wird.

00:57:05: Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch schon vor einem Jahr und zwei und drei gelesen.

00:57:09: Ja,

00:57:10: das ist ja immer wieder... Es gab in diesem Jahrtausend, seit dem Jahr zweitausend, in Halbesdutzend Aufstände in verschiedenen Facetten.

00:57:23: Es gab immer wieder die Hoffnung, dass das Regime der Mullah gestürzt werden könnte.

00:57:28: Es gibt aber auch Punkte, die sind jetzt erst außenpolitisch ohne die Situation im Detail kennenzulernen, auch weil das Internet abgeschaltet worden ist, mit voller Absicht, um da schlachten zu können.

00:57:36: Ich sage das so drastisch, wie ich glaube, dass es auch ist.

00:57:39: Über zweitausendfünfhundert Tote soll es inzwischen geben.

00:57:42: Manche sprechen sogar von über zehntausend ermordeten Menschen, weil sie auf die Straße gehen.

00:57:47: Aber es gibt einige Punkte, die kann man außenpolitisch auch messbar erst mal als anders als früher wahrnehmen.

00:57:54: Und anders als früher würde bedeuten, vielleicht... eine Chance auf Erfolg.

00:57:59: Es fängt damit an, dass es eine Form von, man muss sagen, Oppositionen gibt, hinter der sich viel mehr Menschen versammeln können als früher.

00:58:07: Das Hauptproblem oder der Vorteil für die Mullahs war beim Iran ganz lange, dass es verschiedene Gruppen, teilweise sogar versplitterte Gruppen gab, die alle nicht nur gegen die Mullahs gekämpft haben, sondern auch noch untereinander so verfeindet waren, dass sie keine Stärke beweisen konnten.

00:58:22: Und inzwischen gibt es aber mit Reza Pallavi Ein Mann, der Sohn des ehemaligen Schaars von Persien, also des Herrschers von Persien bis in die siebziger Jahre rein, der als eine Art Übergangsoppositionsführer dient.

00:58:41: Der gesagt hat, ich habe, weil mich alle Leute kennen, weil ich in den Iran liebe, eine Art Autorität und werde die nicht für mich selber nutzen.

00:58:51: Ich möchte jetzt nicht der neue König werden.

00:58:53: von Persien, von Iran, sondern ich werde die nutzen, damit die Menschen dort vor Ort frei wählen können, was für eine Regierung sie haben wollen.

00:59:01: Und das ist, glaube ich, einer der entscheidenden Punkte, dass dieser Reza Pallavi auch entsprechende Verbindungen hat in, zum Beispiel in den USA, zum Beispiel zu sehr vielen anderen Leuten, so Communities der Opposition in anderen Ländern.

00:59:16: Das ist ein wichtiger Punkt.

00:59:17: Und dann natürlich das... vor allem durch das Handeln der Vereinigten Staaten und von Israel, das Regime sehr geschwächt ist.

00:59:26: Dazu kommt noch eine wirtschaftliche Schwäche.

00:59:30: Die haben angefangen diese Proteste als Proteste gegen Inflation und Wirtschaft.

00:59:34: Das war am Anfang tatsächlich der einem wichtiger Punkt.

00:59:37: Die sind längst gegen das Regime.

00:59:40: Aber das sind so unterschiedliche Punkte, die sich Das sind so Punkte, die sich unterscheiden, im Vergleich zu früher.

00:59:46: Und ich glaube, was diese Woche ja auch noch dazu kam, und es ist dann Donald Trump zu verdanken, ist diese Androhung von Amerika zu sagen, okay, Strafzölle auf alle, die mit Iran zusammenarbeiten.

00:59:56: Das sind alles so Punkte.

00:59:57: Wenn man sich jetzt die Marke ansieht, was hat andere Schreckensregime so zu Fall gebracht, dann ist hier ziemlich viel erfüllt.

01:00:04: Das sehe ich schon.

01:00:07: Ich glaube nur... Ist es

01:00:09: nicht optimistisch zu sein, oder?

01:00:10: Nein, darum geht es... Was ich total merke ist, was er in den letzten Jahren gelernt hat, vielleicht war das meine naive Vorstellung von, wie Kriege beendet werden, dass man, wenn man Kriegsexpertinnen zuhört, beispielsweise in der Ukraine, haben schon ganz viele Kriegsexpertinnen früh gesagt, Leute, das wird hier nicht im Mai zu Ende sein in zwei, drei, vier Monaten.

01:00:31: Das wird Jahre vielleicht Jahrzehnte gehen dieser Krieg.

01:00:33: Wenn man sich andere Kriege ansieht, dann ging das Jahre Jahrzehnte.

01:00:36: Und so sehr man, glaube ich, gerade gerne will, dass dieses Morden Und diese unfassbar vielen jungen, ich sage immer, jungen Menschen, ich finde es besonders schlimm zu sehen, wie viele junge Menschen da gerade sterben.

01:00:48: Das ist natürlich jedes Leben schlimm, das beendet wird und so gewaltsam beendet wird.

01:00:52: Aber wenn man sich vorstellt, dass das eben in Zustand ist, der nicht nächste Woche vorbei ist, sondern der Monate, Jahre gehen kann, dann finde ich, sind das Nachrichten, wo es mir schwer fällt, optimistisch zu sein, wo ich es auch falsch finde, optimistisch zu sein, weil... Krieg halt so grausam ist.

01:01:10: Ich finde, man muss auch manchmal über diese Grausamkeit reden.

01:01:13: Und ich hoffe, weil wir uns gerade in so einer dynamischen Situation in diesem Thema befinden, dass wir in ein, zwei, drei, vier Wochen vielleicht mal wirklich eine Folge machen können, monothematisch zu diesem Thema, wo ich mich wirklich auch gerne bemühen würde, schöner Geschichten zu hören, weil es gibt so wahnsinnig viele auch Heldengeschichten und Porträts von Menschen, die seit Jahren im Widerstand, im Untergrund agieren und total viel tun.

01:01:42: Ich würde mir wünschen, dass das nicht nur ein Thema ist, wie wir es jetzt gerade sehr hoffnungslos besprechen.

01:01:48: Aber bis dahin verstehe ich im Elch zu sein.

01:01:52: Und darüber kann man ja auch mal sprechen, diese Verzweiflung.

01:01:56: Und das hast du vorhin angesprochen über diese fehlende Aufmerksamkeit in den deutschen Medien.

01:02:03: Vor allem, wenn man sich diese ganze Gasa-Bubble ansieht, die ja riesig ist.

01:02:07: wo ich mir denke, ihr habt euch jetzt alle irgendwie die Wassermelonen, Fußabstreifer für eure Türen gelegt.

01:02:15: Ich will gar nicht jetzt anfangen, so nasty zu sein, zu sagen, die einen sind euch wichtig und die anderen nicht.

01:02:19: Ich würde mir einfach so wünschen, echt gesagt auch für unsere ganzen iranischen Freundinnen, dass Menschen verstehen, dass in so einem Moment eine Mobilisierung total wichtig ist, Aufmerksamkeit wichtig ist und euch niemand den Schmerz über eine andere Sache wegnimmt, wenn ihr empathisch gegenüber dieser Sache seid.

01:02:40: Und ich glaube, dass dieses mit dem Finger jetzt so gehässig drauf zu zeigen, sagen, das interessiert euch und das andere interessiert euch jetzt nicht.

01:02:48: Das ist mir irgendwie auch zu... Ich möchte mich nicht auf so ein Spiel einlassen.

01:02:52: Ich möchte, dass eine Aufmerksamkeit in einer Form da ist, die diese Sache jetzt brauchen,

01:02:57: die diese

01:02:58: Menschen jetzt brauchen.

01:02:58: Das sehe ich.

01:02:59: Also ich sehe dieses Argument für viele Leute in der Öffentlichkeit, die sich von ihrer Empathie leiten lassen wollen, was ich total legitim finde.

01:03:05: Ich sehe dieses Argumenten explizit nicht für die Leute, die sich entweder absichtsvoll oder zumindest doch mit einem Gewissen ignorieren.

01:03:17: einspannen haben lassen für islamistische Propaganda, weil der direkte Connects die Verbindung ist ja, dass das iranische Regime nicht nur die iranische Bevölkerung unterdrückt, sondern auch direkt die Hamas und die Hisbollah unterstützt hat.

01:03:32: Ich sehe total, dass man nicht gehässig sein soll, gerade bei den Leuten, die sich von Empathie haben leiten lassen.

01:03:37: Auch wenn ich fragen möchte, wollt ihr Empathie so punktuell verteilen.

01:03:41: Aber das ist, das ist,

01:03:43: das ist, Ich verstehe den Punkt total, den du machen willst, Sascha.

01:03:46: Ich denke mir halt einfach nur gerade für die Menschen, die jetzt gerade so totes verzweifelt sind und die sich allein gelassen fühlen, sollten wir jetzt, und ich finde, man sollte diese Fragen stellen, aber jetzt in diesem Moment, glaube ich, ist es wichtig, alle Menschen zu mobilisieren für den Schmerz, der gerade passiert und der bei diesen Menschen passiert

01:04:03: ist.

01:04:03: Aber da sehe ich, dass am Ende auch es Leute gab, die bei Gaza ganz genau hingeschaut haben, weil sie wussten, dass das Teil einer islamistischen Propagandamaschine ist, die eben durch das iranische Regime auch gestützt wurde.

01:04:16: Die Iran hat den Hamas gestützt und hisbollah.

01:04:18: Auf der Ebene, glaube ich, und das ist sehr, sehr traurig, das sagen zu müssen, gibt es zwei, vielleicht sogar nur anderthalb Hebel, wie das im Iran für die Menschen dort gut ausgehen kann.

01:04:30: Und das ist die Frage, ob Trump interveniert.

01:04:34: Der hat ja schon gesagt, Hilfe ist unterwegs.

01:04:35: Total.

01:04:36: Ist der erste Punkt.

01:04:37: Das heißt im Moment ist Donald Trump quasi die Hoffnung der iranischen Bevölkerung.

01:04:42: Und Israel muss man auch sagen.

01:04:43: Genau, das war der zweite Teil, oder der Hälfte Israel, ist der zweite Teil dieser Hoffnung.

01:04:49: Das kann man vielleicht auch mal so hervorheben und vielleicht mit ein Grund, warum das so nicht da ganz das Echo bekommen hat, wie man es sich eigentlich erhofft hat.

01:04:57: Ganz zum Schluss vielleicht auch noch mal, was man von europäischen Politik aus dringend überfällig hätte tun müssen spätestens jetzt, auch wenn es nur symbolisch ist, nämlich die Führung... Samt den Revolutionsgarten im Iran auf die Terrorliste zu schreiben.

01:05:11: Das sind Terroristen, die unterdrücken die eigene Bevölkerung, die fördern überall Terrorismus.

01:05:15: Und bis jetzt haben es Deutschland und die EU nicht einmal geschafft, die führenden Leute davon samt ihrer Schergen, die jetzt töten und wieder töten, auch nur spüren zu lassen, dass die Terroristen sind.

01:05:28: Ja, und

01:05:28: ich finde diese allein dieser Gedanke daran, dass sie sich gespenztischerweise einfach so reirom bewegen können.

01:05:34: Das sind schon Momente, von denen ich mir denke, Über was reden wir hier gerade?

01:05:38: Also, wo ist da die Solidarität?

01:05:40: Und damit meine ich jetzt nicht Leute, die auf die Straße gehen, sondern eine politische Solidarität.

01:05:46: Da schließt sich der Kreis wieder so ein bisschen zum Anfang.

01:05:49: Ich finde, dass Friedrich Merz in vielen Bereichen sehr radikales, überraschende radikal, weil er oft wirklich einfach statements oder was heißt radikal vielleicht meinungsstark einfach und sich nicht scheut eine Haltung zu zeigen.

01:06:01: Gerade bei solchen Themen würde ich mir wünschen, dass noch viel mehr Haltung gezeigt wird.

01:06:06: Ich

01:06:07: glaube, weil das ein Land auch Menschen in Deutschland zeigen würde, hier ist ein Bundeskanzler, auf dem man sich in so einem Moment verlassen kann.

01:06:16: Und hier ist eine Bevölkerung, die sich in so einer Thematik auch einen kann.

01:06:21: Und ich glaube, dass das was ist, wenn wir über so fehlenden Support reden, der auch auf einer politischen Ebene gerade fehlt und der Einigkeit in der Bevölkerung bringen würde, die gerade fehlt.

01:06:32: Und ich verstehe das bei dem Thema.

01:06:36: Es wird nicht das letzte Mal sein und dieses Thema hätte viel mehr Raum verdient.

01:06:40: Ich hoffe, dass ihr das gerade so ein bisschen hier raus hört.

01:06:42: Aber Leute, ihr wisst, es passiert gerade wahnsinnig viel.

01:06:46: Wir hören uns nächsten Donnerstag wieder.

01:06:48: Bis dahin.

01:06:48: Passt auf euch auf.

01:06:49: Vielen Dank fürs Zuhören.

01:06:50: Ich bin gespannt, wie ihr ... all diese Themen bewertet, wahrscheinlich gibt es noch Themenbereiche, gerade jetzt auch, was die Apps denfalls angehen, wo ihr euch noch mehr Tiefe gewünscht hättet, wird kommen auf jeden Fall.

01:07:02: Bis dahin, danke fürs Zuhören, macht's gut.

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